Marc
Du wirst heute operiert und kannst vielleicht niemals mehr sprechen. Unsere Gedanken sind bei Dir und bei Anita!
Viel Kraft und Glück, lieber Marc!
Urs
Da war dieser kleine Hund, dessen Leine an einer Stange im Bahnhof Basel festgebunden war. Aufmerksam spähte der kleine kurzhaarige Vierbeiner zum Eingang des Coop Ladens, der vielleicht 30m entfernt lag. Stellte sich jemand in seinem Blickweg, bellte er und versucht links oder rechts an dem Hindernis vorbeizukommen bzw. -sehen.
Schliesslich kam sie, die junge Frau und Frauchen. Welch Freude, welch Sprünge, welch Erwartung, welch Begrüssung. Beiderseits.
Stell Dir vor, man hätte den Hund bewusst und in Absicht dort hinterlassen. Der Kleine würde warten und warten, flehen, bellen, hungern, sterben vielleicht. Vor Kummer oder mangels Nahrung.
Tiere misshandeln, Kinder sexuell ausnutzen und solche Gedanken wie eben – das sind für mich unununununvorstellbare Sachen!
Heute morgen um 4h20 auf dem Weg Richtung Lure. Auf der Strasse halten vier, fünf Wagen. Ein Unfall? Ein Hund, ein alter Schäfer, läuft herum – sein Herrchen vielleicht verletzt? Ich sollte weiter, auf den Zug gen Bern ab Delle.
Dann fahren alle weiter. Zurück bleibt der Hund, der nun von Wagen zu Wagen läuft, winselt, einsteigen will. Der Unfall ist der Hund selbst, verloren, verlassen, alleine, Mensch suchend.
Das bricht mir fast das Herz. Ich überlege kurz ihn mitzunehmen, dann ihn irgendwo hin zu bringen. Dann fahre auch ich weiter.
Ich wünsch ihm, dass man ihn auf der Strasse sieht und er im nahen Saint Germain Hilfe erhält.
Good luck!
Eine Schildkröte mag auf den ersten Blick nicht viel hergeben. Aber es macht einfach Spass, beim Klettern und Fressendem unseres kleinen Vierbeiners dabei zu sein. Erstaunt bin ich über den guten Orientierungsinn der Schildkröten.
Hugo, hör auf zu flüchten. Du hast keinen Grund dazu!
Heute, während dieser Beerdigung, sah ich zu, war nicht mitten drin wie vor einem Jahr. Es war mir, als könne ich erst heute Abschied nehmen von meinem Mami. Erst jetzt aus der Distanz akzeptieren, dass sie nicht mehr lebend unter uns ist. Viele alte Menschen waren in der Kirche, viele alte mit weissem Haar. Und immer wieder sah ich sie, sie, die nicht mehr ist.
Danke für diesen Moment, heute morgen.
Heute war die Beerdigung von Kurt Meier, Trudy’s Mann und Musikmeiers Bruder. Die lange Messe wurde durch Gesang mit Orgel verschönert. Das moderne Ave Maria, vom Sopran vorgetragen, liess Tränen fliessen.
Mein Leben kennt nur zwei Momente, die mich ganz tief, ganz im Innersten berühren. Verlust und diese Art von Musik.
So gesehen habe ich einen Grossteil meines Lebens verpfuscht.
Heute Nachmittag hat sich Hugo ein Loch in den Zaun gestemmt und ist verschwunden. Find ich nicht toll. Ich hoffe sehr auf ein Wiedersehen.
Eine meiner Glückszahlen. Denn ganu an einem solchenFreitag, dem 13. Juli borsten zuviele Speichen am Hinterrad meines Velos, exakt beim Kilometerstein 13 vor Dijon. Ich war damals 18 Jahre jung.
In der Folge nahm mich eine dieser weissen Camionetten mit, ein älterer Herr am Steuer, seine Frau versorgte mich mit gutem Abendessen, während er noch ein Velogeschäft ausfindig machte, das am Vorabend des franz. Nationalfeiertages für mein Fahrrad Zeit hatte.