Fremd geworden
Wenn ich in Zürich unterwegs bin, so wie heute, dann stosse ich mehr und zunehmend an dieser Welt. Sie macht mir weder Sinn noch Zweck. Ich sehe dann den dunkelhäutigen Angestellten, der drei Portionen Friten ein paar schamlos lauten Chinesen serviert, mit erhobenen Hauptes, so als wäre das sein Stolz, diese Lieferung wartenden Kunden auszuhändigen.
Doch was ist das für ein Leben, untertags, einen ganzen hellen Tag lang, in 100 fach umgewältzter Luft und Menschen, die ihn und seine Arbeit kaum achten? Ist es sich dessen Dasein bewusst, das in meinen Augen eben dieses Getue draussen spiegelt und bestätigt? Hat dieses Leben Ziele? Freude? Was bedeutet einem Friten tragenden Mann ohne Heimat das Wort Glück?
Ich werde ihn nicht fragen.