KurzGedanken

für Kurzgeschichten

Patella Luxation

May
24

Morgen wird Trixi operiert. Ich versuche, mir keine Gedanken zu machen.

 

Wir schaffen das!

Dominik Dachs

May
08

Mein lieber Dominik Dachs

es tut mir leid. Ich weine um Dich. Du bist einfach erschienen, aus dem Gebüsch. Ja ich habe Dich sehen kommen, aber ich hatte keine Chance Dir noch rechtzeitig auszuweichen. Wahrscheinlich bist Du mir unter das vordere Rad gekommen, denn die Türe links war voller Blut.

Ich bin zurück gefahren, wollte sehen, wo Du bist. Dann sah ich wie Du zucktest. Und ich wusste, ich muss Dich nochmals überfahren, einmal, zweimal, ein drittes Mal. Dann warst Du ruhig und ich wusste, dass die Schmerzen ein Ende hatten.

Ich wünsche mir so sehr von Herzen, dass keine Familie auf Dich angewiesen ist! Mir war, Du seiest ein Jüngling und vielleicht habe ich das “Glück”, dass da noch niemand ist.

Es tut mir leid, lieber Dachs. Du weisst, das ich Euch mag und Euch gerne begegne. Aber niemals wollte ich es so wie heute morgen.

Heb´s guet

Schweingegrippe

Dec
16

Sie geben sich wirklich alle Mühe, dass es diese Krankheit nicht ins eigene Land schafft.

Wenn doch, weiss niemand wieso.

 

Wir waren und wir sind eine sehr intakte Familie. Die Krankheit meines geliebten Bruders beschäftigt. Ich bin felsenfest davon überzeugt und nicht davon abzubringen, dass wir das alle zusammen schaffen.

Il faut – es gibt keine Optionen.

Kühe

Dec
04

Ich kenne keinen in der Literatur dokumentierten Fall, bei dem man die jungen Welpen kurze Zeit nach dem Wurf von ihrer Mutter trennte.

Bei Kühen mit ihren Kälbern scheint das die Regel.

Schuldgefühl

Nov
12

Heute morgen, ca. 4h35 auf der Autobahn.

Vor mir Warnblinklampen eines fahrenden LKW. Dann ein Auto, völlig Schrott. Daneben zwei Personen mit den Lampen ihres Handies winkend. Kein Warndreieck. Es ist dunkel. Es regnet. Keiner hält an.

 

Ich auch nicht.

Nicht gut.

Kerzen

Nov
02

Man sollte für Tote weniger Kerzen anzünden und dafür mehr für die

noch Lebenden.

Dein bester Freund

Sep
15

Sie sagen, Dein bester Freund sei der Hund.

 

Inzwischen, nach zwei Jahren mit Trixi, glaube ich das auch. Es gibt kein treueres Wesen, uneigennützig, stets zu Diensten und mit ganz wenig zufrieden.

Mir fehlen die Worte, um dieses Miteinander hier weiterzugeben. Mit den Worten Kants vielleicht: was nützt es mir, die Liebe zu verstehen, zu beschreiben, zu hinterfragen, ja zu bezweifeln. Gelebt (erlebt) habe ich sie deshalb noch lange nicht.

Fremd geworden

Aug
16

Wenn ich in Zürich unterwegs bin, so wie heute, dann stosse ich mehr und zunehmend an dieser Welt. Sie macht mir weder Sinn noch Zweck. Ich sehe dann den dunkelhäutigen Angestellten, der drei Portionen Friten ein paar schamlos lauten Chinesen serviert, mit erhobenen Hauptes, so als wäre das sein Stolz, diese Lieferung wartenden Kunden auszuhändigen.

Doch was ist das für ein Leben, untertags, einen ganzen hellen Tag lang, in 100 fach umgewältzter Luft und Menschen, die ihn und seine Arbeit kaum achten? Ist es sich dessen Dasein bewusst, das in meinen Augen eben dieses Getue draussen spiegelt und bestätigt? Hat dieses Leben Ziele? Freude? Was bedeutet einem Friten tragenden Mann ohne Heimat das Wort Glück?

Ich werde ihn nicht fragen.

Abel Korzeniowski

Aug
12

Dieser polnische Filmmusik Komponist, ein Cellist, berührt mich immer wieder und wieder, auch jetzt, beim vielleicht elften Mal, dass ich ihn höre. Mir gegenüber setzt sich ein vielleicht 70 Jähriger, mit Rucksack, langem weissen Haar, einem gleichfarbenen Handy und einem spontanen, ehrlichen Lächeln. Dazu diese Musik – eine andere Welt

Schicksalhafte Zufälle

Aug
12

Heute morgen war ich mit einem unserer Gäste, mit Ines (50) und ihrem Hund Angu [Anschu] und meiner Trixi unterwegs. Diese Frau spielt Klavier und Kirchenorgel. Ihr geht es nicht um den spirituellen Inhalt sondern, wie mir, um den Klang der Kirchenmusik. Das Grösste in allem seien die Chöre. Wie für mich. Und ihr Mann Michael (60) ist Schreinermeister…